Morgenstund macht Training rund

Fürs Training ist es nie zu spät. Diese Weisheit mag für die Lebensplanung stimmen – für den Tagesablauf gilt sie nicht. Vor allem Muskeltraining nach Feierabend mag vielleicht Spaß machen, aber für den Erfolg gibt es wahrlich bessere Zeiten als die späten Abendstunden. Das liegt nicht nur am menschlichen Biorhythmus. Ein kleiner Raum im Zwischenhirn - der sogenannte Suprachiasmatische Nucleus – regelt den Tagesrhythmus mit Hilfe des Gutenacht-Hormons Melatonin und des Wachmacher-Hormons Serotonin. Dieser Biorhythmus ist ausschlaggebend für die Phasen des Tages, in denen ein Mensch besonders leistungsfähig ist und Phasen, in denen ein Leistungstief herrscht. Die Feinjustierung regelt dann der persönliche Biorhythmus.

Die Fitness-Leistungskurve verläuft natürlich in ganz ähnlichen Bahnen wie Leistungsbereitschaft des täglichen Lebens. Dank des Stresshormons Cortisol, sind wir morgens und vormittags besonders konzentriert und fit. Je später der Tag, desto niedriger der Cortisolspiegel im Blut – wir werden müde. Zwischen 16 und 19 Uhr kommt für die meisten dann die Zeit, in der sie am leistungsfähigsten sind.

Alle lebenswichtigen Körperfunktionen laufen auf Hochtouren, der Körper erreicht in dieser Zeit das Tageshoch. Das ist der perfekte Zeitpunkt, um ein intensives Muskeltraining oder eine ausgedehnte Laufeinheit zu absolvieren. Pech für alle, die in diesen Stunden am Arbeitsplatz unabkömmlich sind und sich nach 19 Uhr einfach zu sehr geschafft fühlen für ein intensives Workout. Das Training in die Mittagspause zu verlegen, wäre eine schlechte Alternative, weil dann der Lebensrhythmus am Boden dümpelt. Training am Morgen dagegen hat jede Menge Vorteile:

Diese Punkte sprechen für ein Muskeltraining am Morgen:

1. Sie starten aktiv in den Tag


Wenn Sie ihren Tag mit einer Krafttrainingseinheit beginnen, bleiben Sie in der Regel auch den ganzen Tag aktiv. Darüber hinaus verbessert Fitness am Morgen die kardiovaskuläre Wirkung, weil der Körper in den Morgenstunden verstärkt Adrenalin ausschüttet, um Sie wach zu halten.
Das Adrenalin beschleunigt die Herzfrequenz, was den Herzmuskel zusätzlich trainiert. Training setzt die sogenannten Glückshormone frei – die Endorphine. Dieses Hormon ist für die gute Stimmung und einen hohen Energiepegel verantwortlich.

2. Ihr Gehirn arbeitet effektiver


Wenn Sie am Morgen trainieren, geben Sie Ihrem Gehirn einen mentalen Kick für den Rest des Tages. Frühsport verbessert die Gehirnleistung für bis zu zehn Stunden nach dem Work-out.

3. Sie schlafen besser


Wenn Sie Ihr Training auf die Zeit nach dem Aufstehen verlegen, werden Sie abends besser schlafen können. Jeder, der zu später Stunde noch hoch-aktiv ist, hat in der Regel Probleme beim Einschlafen, weil der Körper dann noch lange auf Hochtouren läuft.

4. Sie nehmen leichter ab


Frühsportler bekommen im Verlauf des Tages seltener Heißhungerattacken. Da-durch nehmen Sie nicht unbedacht zu viele Kalorien auf. Morgendliches Work-out beschleunigt außerdem den Stoffwechsel. Der Körper kann dann die Nahrung schneller und effektiver verwerten, ohne nicht benötigte Energie erst einmal als Fett zu speichern. Sie können eine Ernährungsumstellung besser überwinden, wenn Sie morgens trainieren. Starten Sie den Tag mit Fitness, dann greifen Sie schneller zu vollwertiger und gesunder Kost, weil Frühsport appetitregulierend wirkt.

5. Sie sparen Zeit


Trainieren Sie morgens, dann sparen Sie eine Menge Zeit. Das fängt schon mit Duschen und umziehen an: Beim frühen Training brauchen Sie das nur ein Mal am Tag zu machen.

6. Disziplin und Routine


Die Ausreden, die Sie vielleicht am Abend leichter finden können, bleiben am Morgen aus – es fällt Ihnen schwerer, das Training auszulassen. Muskeltraining als erster Punkt des Tages hilft Ihnen vor allem, das Training von Anfang an zur Routine und Gewohnheit werden zu lassen.

Bei so vielen Vorteilen gibt es leider auch zwei Minuspunkte:

Sie sind morgens verletzungsanfälliger


In den Morgenstunden ist man verletzungsanfälliger als am Abend, weil die Muskeln und Gelenke noch relativ steif sind, was die Verletzungsgefahr steigert. Deswegen sollten Sie sich unbedingt richtig aufwärmen, wenn Sie gleich nach dem Aufstehen Sport treiben wollen.

Sie schwächen Muskeln und Immunsystem


Die Glykogenspeicher sind nach der Nachtruhe meistens weitgehend geleert. Der Körper greift dann die Eiweißdepots an, um die nötige Energie fürs Training zu beziehen. Die Folgen können Muskelabbau und Immunschwächung sein. Man wird zwar auf diese Weise Gewicht verlieren, was die Abnehmwilligen bestimmt erfreut, aber das wird vor allem die Muskelmasse betreffen, die hier verloren geht und nicht das Fett.

Deswegen empfiehlt es sich, vor dem Training eine leichte Mahlzeit zu sich zu nehmen, die aus komplexen Kohlenhydraten und Proteinen besteht. Ein Eiweiß-Shake ist dafür bestens geeignet und leicht verdaulich.

Den vollständigen Bericht mit den vier wichtigsten Übungen finden Sie in der September/Oktober-Ausgabe von shape UP Fitness, dem Magazin der Fitness-Studios, oder unter www.shapeup-magazin.de/einzelhefte-bestellen.html

Bild: Shutterstock ©KimPinPhotography
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