Ist der Stoffwechsel faul - Oder sind wir es?

Wenn jemand einfach nicht abnehmen kann, ist guter Rat teuer und die Suche nach Gründen eine Balance-Akt zwischen ehrlichen Bekenntnissen und faulen Ausreden. Und oft kommt dann der Verweis auf die dicken Gene oder den trägen Stoffwechsel. Was ist dran an solchen Aussagen? Amerikanische Wissenschaftler sind der Sache auf den Grund gegangen.

Ist der „schlechte Stoffwechsel" wirklich schuld, wenn jemand einfach nicht an Gewicht verliert, obwohl er doch schon viel weniger isst? Leute, denen das Abnehmen selbst leicht fällt, halten den Satz mit dem Stoffwechsel meist für eine Ausrede.

Es ist aber keine Ausrede. Der Stoffwechsel von Menschen, die eine Diät machen, kann sich erheblich unterscheiden. Das haben Forscher des National Institute of Health, der Gesundheitsbehörde der USA, in einem Laborversuch nachgewiesen.

Der Stoffwechsel kann „sparsam" oder „verschwenderisch" sein. So haben es die Forscher genannt. Wer einen Verschwender abbekommen hat, hat Glück gehabt. Zumindest unter den gegenwärtigen Lebensbedingungen in der westlichen Welt.

Wie reagiert der Körper auf Fasten oder Völlerei?


Die Forscher benutzen ein „Kalorimeter" für ihren Versuch. Das ist ein Gerät, das die Wärmemenge in der Luft misst, die freigesetzt wird, in diesem Fall: wenn sich ein Mensch in einem Raum aufhält.

Die zwölf Teilnehmer des Versuchs, Frauen und Männer mit Übergewicht, hielten sich 24 Stunden lang in diesem Raum auf. Sie bekamen an diesem Tag gar nichts zu essen. Oder doppelt so viel wie sonst.

Einige Teilnehmer gaben an einem Fastentag deutlich weniger Energie an ihre Umgebung ab. Ihr Stoffwechsel fuhr stark herunter. An einem Tag der Völlerei fuhr ihr Stoffwechsel nur leicht in die Höhe. Diese Menschen gehörten zum sparsamen Typ.

Die Körper der anderen Teilnehmer sparten an Fastentagen nur wenige Kalorien. An Tagen mit doppelter Essenszufuhr schnellte ihr Stoffwechsel in die Höhe. Diese Menschen gehörten zum verschwenderischen Typ.

Einige Übergewichtige müssen härter arbeiten


Danach machten alle zwölf Teilnehmer eine Diät, sechs Wochen lang nahmen sie nur halb so viele Kalorien am Tag zu sich, wie vor dem Versuch. Alle Teilnehmer nahmen ab.

Aber diejenigen, bei denen die Forscher einen verschwenderischen Metabolismus gemessen hatten, verloren mehr Gewicht. Man wisse nicht, ob die Unterschiede im Stoffwechsel angeboren sind oder sich im Laufe des Lebens entwickeln, schreiben die Forscher.

Übergewicht wieder loszuwerden ist eine komplizierte Sache. Der Körper möchte das nämlich nicht, sondern aktiviert alle möglichen Mechanismen, um seine Polster zu behalten. Übergewicht schreibt sich in den Körper ein, darauf hatten Forscher erst im Februar im Journal „The Lancet" hingewiesen. Wer einmal schwer übergewichtig sei, sei möglicherweise unheilbar krank. Polster brhalten, beim Stoffwechsel sparen, wenn die Nahrung knapp wurde – über Jahrtausende lohnte sich das schließlich für Menschen.

„Manche Übergewichtige müssen härter arbeiten, um Gewicht zu verlieren", sagt Martin Reinhardt, der Autor der Studie über den Stoffwechsel-Versuch. „Aber die Biologie ist kein Schicksal." Eine ausgewogene ­Ernährung und viel Bewegung seien weiterhin empfehlenswert, für alle Stoffwechsel-Typen.

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Foto: Poznyakov (Shutterstock)

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