Fitness auf die dreckige Tour

Für immer mehr Studiosportler ist das Ziel ihres Fitness-Training mehr als nur ein attraktiver Body oder ein Plus für die Gesundheit. Sie wollen sich und anderen zeigen, was sie drauf haben. Sie suchen immer öfter extreme Herausforderungen und finden sie zwischen Schlammlöchern und brennenden Hindernissen. Matsch statt Marathon ist ihre Devise, denn 42 Kilometer geradeaus laufen reizt sie nicht. Ihre Events heißen Krassfit Challenge, Dragonheart Battle oder Tough Mudder. Wer dort startet, will nur zwei besiegen: sich selbst und seinen inneren Schweinehund.

Immer noch ein Charakter-Test


Allein von Mitte August bis in den Dezember locken dutzende von Fitness-Höllen voller Schlammlöcher, Wassergräben, Kriechgängen, Bretterzäunen und Rampen zigtausende von wildentschlossenen Frauen und unerschrockenen Männer in präprierte Natur-Arenen im Umland von Berlin, Hamburg oder München und allerlei Provinzstädtchen zwischen Niebüll und Wunsiedel. Eine ständig wachsende Schar von Veranstaltern eifern dort der Mutter aller Schlammschlachten nach, dem Tough Guy Race, das seit 1986 im englischen Wolverhampton die härtesten Kerle und Frauen kürt.

Kreiert hat dieses Hindernisrennen ein gewisser Billy Wilson, der solche Körper- und Charakter-Tests einst für die britischen Elitetruppen entwickelt hatte. Zwanzig Jahre später importierte die Drops-Firma Fischermans Friend 2007 die Event-Idee nach Deutschland. Seither boomt die „Must do“-Welle. Für den Sportpsychologen Andreas Marlovits von der Business School Berlin geht es vielen Teilnehmern um die Frage „Kann ich mich gegen einen heftigen Widerstand durchsetzen?“ Marathonläufe haben sie entweder zu hauf schon bestritten oder gar nicht erst angefangen, weil ihnen 40 Kilometer geradeaus laufen von vornherein zu langweilig schien.

Bei Tough Mudder & Co kommt derlei Eintönigkeit nie auf. Dafür sorgt schon die Konkurrenz der Veranstalter, die sich inzwischen von Nachahmern abzugrenzen versuchen. So wie beim „Braveheartbattle“ in Münnerstadt auf der Rhön. Die Schlacht der tapferen Herzen rühmt sich, der härteste Lauf in Deutschland zu sein. Aber Streckenabschnitte wie Killing Drills, Vietkong- oder Cambodia-Trail oder Loch Ness haben auch andere Veranstalter zu bieten.

Beim Cherokee Run - Motto „Ein Indianer kennt keinen Schmerz“ müssen die Teilnehmer 23 Kilometer in maximal vier Stunden zurücklegen. Die Teilnehmer müssen Strecken von mehr als 100 Metern schwimmen und durch sumpfige Gebiete waten. Klare Ansage der Veranstalter: „Beim Cherokee Run gibt es keine Pussylanes!“

Inzwischen schleichen sich nämlich komfortable Umwege für Anhänger einer „Dabei sein ist alles“-Fraktion in die Konzepte von Veranstaltern. Um sich bei so genannten „Color Runs“ mit Farbe bewerfen zu lassen, gehört nämlich kaum mehr als die Ausdauer eines Spaziergängers.

Immerhin muss sich Fitness-Professor Ingo Froböse um Teilnehmer dieser Joke-Läufe nicht sorgen. Der Wissenschaftler fürchtet, Extremläufe könnten für Untrainierte problematisch werden, da sie nur den Spaß sähen und sich zu viel zumuteten. Der ständige Wechsel einzelner Belastungen würde auch den Körper fitter Teilnehmer stark fordern. Na und? Hat ja keiner gesagt, man soll untrainiert an den Start gehen, so wie einst jedermann und jederfrau bei den ersten Volksläufen anno 1960.

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