Es muss nicht immer "Rücken" sein

Wenn zwischen Wirbelsäule und Becken der Schmerz sitzt, der einen bei jeder Bewegung an die Decke gehen lässt, dann kann es auch das ISG-Syndrom sein. Das Kürzel ISG steht für das Iliosakral-Gelenk, jene Verbindung zwischen Becken und Wirbelsäule, die als eine Art Pufferzone eine wichtige stabilisierende Funktion hat. Mitunter reicht aber ein Tritt ins Leere auf der Treppe oder ein Sturz beim Sport - und dann gerät das ISG in eine schmerzhafte Schieflage. Als Sofortmaßnahme helfen Wärme und bestimmte Bewegungen.

Wie sich das sogenannte ISG-Syndrom äußert, wie Wärme und Bewegung helfen und wann Behandlungsformen wie Physiotherapie oder kleine Fusionsimplantate aus Titan zum Einsatz kommen, erklären die Chefärzte der Wirbelsäulenchirurgie Main-Kinzig-Kliniken Gelnhausen gGmbH sowie Leiter des Wirbelsäulenzentrums Fulda Main Kinzig, Dr. med. Bernd Hölper und Dr. med. Michael Eichler.

Welche Anzeichen sprechen für ein ISG-Syndrom?


Dr. Hölper: „Bei einem schmerzhaften, meist instabilen Iliosakralgelenk bemerken Betroffene einseitige, ziehende Schmerzen im unteren Rücken, die oftmals auch in Bein oder Leiste ausstrahlen. Vor allem beim Anziehen des Beines, beispielsweise beim Treppensteigen, treten diese verstärkt auf. Sie ähneln den Beschwerden bei einem Bandscheibenvorfall und verschlimmern sich in sitzender Position.“

Wie kommt es zu Schmerzen im ISG?


Dr. Hölper: „Zu den häufigen Ursachen eines ISG-Syndroms zählen ein Sturz, meist auf das Gesäß, oder ein unerwarteter Tritt ins Leere – etwa bei übersehenen Treppenstufen. Auch eine Beckenfehlstellung kann langfristig zu einer Überbelastung des ISG mit der Folge einer Instabilität führen. Bei jüngeren Frauen kann es während und nach Schwangerschaften durch die hormonell bedingte Lockerung der Bänder und Sehnen zu einer schmerzhaften Blockierung des Gelenks kommen. In manchen Fällen vermuten wir auch eine Arthrose oder entzündlich-rheumatische Erkrankung als Auslöser.“

Wann sollte ich mit meinen Beschwerden einen Arzt aufsuchen?


Dr. Eichler: „Lassen sich die Schmerzen mit viel Bewegung und Wärme nicht innerhalb weniger Tage dauerhaft lindern, sollte der Gang zu einem spezialisierten Facharzt erfolgen. Er kann mithilfe von schmerzlindernden Injektionen und besonderen Untersuchungsmethoden, bei denen über bestimmte Bewegungsabläufe ein Schmerz im ISG provoziert wird, schnell herausfinden, ob das Iliosakralgelenk als Auslöser infrage kommt.“

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?


Dr. Hölper: „Zunächst empfehlen sich physiotherapeutische, manualtherapeutische und insbesondere muskelaufbauende Maßnahmen, um die gestörte Gelenkfunktion zu stabilisieren und eine normale Beweglichkeit wiederherzustellen. Auch Kraft- und Dehnungsübungen können die Behandlung in einigen Fällen unterstützen. Sollten diese Maßnahmen jedoch nicht ausreichen, kommt manchmal auch eine minimalinvasive Behandlung infrage, die das Gelenk mit kleinen Dreiecksimplantaten, fixieren. Diese werden über einen kleinen Hautschnitt in schlüssellochchirurgischer Technik von der Flanke eingesetzt und halten das Iliosakral-Gelenk fortan in stabiler Position.“

Was passiert, wenn das ISG-Syndrom unbehandelt bleibt?


Dr. Eichler: „Bei einem ISG-Syndrom kommt es in den meisten Fällen zu chronischen Schmerzen, entweder bedingt durch eine Instabilität des Gelenks oder durch eine einseitige Fehlbelastung. Diese wiederum beeinträchtigen die gesamte Körperhaltung. Bleibt das Iliosakralgelenk unbehandelt, kann sich die Lebensqualität der Betroffenen durch die sich immer weiter einschränkende Beweglichkeit zunehmend verschlechtern."

Anleitungen zu zwei Kraft- und zwei Dehnungsübungen finden Sie in der Januar/Februar-Ausgabe von shape UP Vita, dem Gesundheits-Magazin der Fitness-Studios, - jetzt in vielen Fitnessstudios oder unter www.shapeup-magazin.de/einzelhefte-bestellen.html

Foto: Katrin Lorenzen, shape UP
ZURÜCK ZUR ÜBERSICHT
shape up

Vielen Dank, dass Sie unseren shape up-Newsletter beziehen.
shape up online ist eine Marke der: Fitness Network Medien & Marketing UG, Immenhorst 14d . D-22850 Norderstedt

Tel. + 49 (0) 40 - 529 89 00, Fax: + 49 (0) 40 - 524 38 84

E-Mail: mail@shapeup-magazin.de, Internet: www.shapeup-magazin.de

GF: Dr. Tobias Block, Register: HRB 13810 KI
shape up fitness shape up Trainer’s only shape up Business shape up Vita shape up ladies first