Der Kampf ums Immunsystem: Natur schlägt Chemie

Jetzt wird wieder kräftig geniest, gehustet und geschnupft. Frühling ist Erkältungszeit. Aber nicht für alle. Die Einen trotzen Wind und Wetter ohne mit der Wimper zu zucken, andere schmeißt jeder Windhauch gleich um, so dass sie tagelang flach liegen. Das Immunsystem macht den Unterschied. Wer trainiert, stärkt meist auch sein Immunsystem, den Rest besorgen so genannte Immunstimulantien. Sie sollen vor allem jene „Schädlinge“ zur Strecke bringen, die wir unbemerkt durch die Atemluft und mit der Nahrung aufnehmen, die sich aber auch in unserem Körper bilden, wenn wir es beim Sport übertreiben – die Freien Radikalen. Jene chemisch hoch reaktiven Substanzen, die unsere Zellen und Organe angreifen. Das Wissen um ihre Eigenschaften und die Rolle ihrer Gegenspieler, der Radikalenfänger, gehört inzwischen fast schon zum ABC der Trainingslehre. Wer sich auskennt, trainiert richtig dosiert und wird seltener krank.

Freie Radikale greifen an


Freie Radikale sind chemisch hoch reaktive Substanzen, die im Stoffwechsel entstehen, aber auch über die Nahrung und Umwelteinflüsse in den Körper gelangen. Sie greifen Organe und Zellen an und können dabei erheblichen Schaden anrichten.
Nicht selten verursachen sie die übermäßige Bildung entzündungsfördernder Signalstoffe, beeinträchtigen die Organtätigkeit und beschleunigen deren Alterung. Im wissenschaftlichen Sinn steht das für Leistungsverlust, geschwächtes Immunsystem, verzögerte Regeneration und gestörte Reparaturprozesse.

Und das kann sich für den Körper als gefährlich erweisen:
Verlieren Leber und Niere an Leistung, lassen sich Gifte und Stoffwechselprodukte weniger gut abbauen und ausscheiden. In der Folge können Gefäßverkalkung, Diabetes, Alzheimer und Krebs auftreten.

Die Retter nahen!


Dieser Wirkung ist jeder Mensch ausgesetzt. Zum Glück aber gibt es die Radikalenfänger, die den Körper schützen.
Sie lassen sich in zwei Gruppen einteilen: Es gibt zum einen die körpereigenen Antioxidanzien und zum anderen die mit der Nahrung aufgenommenen Antioxidanzien. Die körpereigenen Radikalfänger arbeiten in einem ausbalancierten System zusammen. Zum Beispiel das Coenzym Q 10 gehört dazu. Zu den Antioxidanzien aus der Nahrung zählen die Vitamine C, E, A und Betacarotin sowie die Mineralstoffe Kupfer, Zink, Selen und Mangan. Dazu kommen unzählige weitere Radikalfänger aus Pflanzen.

Die gewonnenen Erkenntnisse über freie Radikale und Radikalfänger mündeten in einer logisch erscheinenden Idee: Warum nicht gezielt betonte Mengen Antioxidanzien – zum Beispiel in Form von Tabletten – aufnehmen, um radikalbedingte Erkrankungen und das Altern abzuwenden?

Retter außer Kontrolle


Die verheißungsvolle Idee, Antioxidanzien als Nahrungsergänzungsmittel einzusetzen, erwies sich inzwischen als Flop: Vitamin A reduzierte die Lebenserwartung, Betacarotin verursachte Lungenkrebs bei Rauchern, Vitamin E begünstigte Herzinfarkt und Vitamin C störte die Muskelentwicklung bei Sportlern.

Die weitere Forschung ergab, dass isolierte und hoch dosierte Antioxidanzien das körpereigene Radikalabwehrsystem stören. Dadurch büßt es an Funktionalität ein, was die beschriebenen Störungen verursachte. Dementsprechend änderten sich die Sichtweise und die Empfehlungen: Bloß keine isolierten und hoch konzentrierten Antioxidanzien verwenden, denn sie könnten die Gesundheit schädigen!
Interessanterweise traten die beschriebenen Probleme ausschließlich bei Präparaten, nicht aber bei Radikalfängern auf, die mit Obst und Gemüse aufgenommen wurden. Im Gegenteil erwiesen sich Antioxidanzien aus Obst und Gemüse tatsächlich als gesundheitsfördernd. Natur schlägt Chemie, war eine der daraus gewonnenen Lehren.

Radikale sind nicht grundsätzlich böse!


Freie Radikale sind nicht grundsätzlich gesundheitsschädlich. Im Gegenteil sind Mindestmengen an Radikalen erforderlich, um die Gesundheit zu erhalten. Freie Radikale werden gezielt im Körper gebildet, um Krebszellen, kranke Zellen, Bakterien, Pilze und Parasiten abzutöten. Zudem sind freie Radikale an Regenerations- und Reparaturprozessen beteiligt. Körpereigene Zellen, die verschlissen sind, können mithilfe der Radikale abgebaut werden. Dadurch schafft der Körper Platz für neue Zellen. Radikale, die beim Sporttreiben gebildet werden, dienen als Signal für die Auslösung von förderlichen Anpassungsprozessen von Muskulatur und zur Stärkung des Immunsystems.
Isolierte und hoch dosierte Antioxidanzien hingegen bekämpfen restlos alle Radikale. Damit geht auch deren gesundheitsfördernde Wirkung verloren. Es sind demnach nicht grundsätzlich die freien Radikale, die schädlich wirken, sondern erst deren übermäßiges Auftreten. Erst wenn die Radikalmenge (zum Beispiel durch Rauchen) ein Normalmaß im Körper überschreitet, kann vom oxidativen Stress und somit von einer schädlichen Wirkung gesprochen werden.

Viele Versprechen – viel heiße Luft


Nachdem vor Jahren die förderlichen Effekte von Antioxidanzien entdeckt wurden, überschlugen sich die Versprechen und Anwendungsgebiete: Anti-Aging, Fettabbau, Leistungssteigerung und Krankheitsbekämpfung sollten dank künstlicher Radikalfänger möglich sein.

Die Versprechen haben sich bis heute nicht realisieren lassen. Letztlich sind es die Antioxidanzien aus Obst und Gemüse, nicht aber die Präparate, welche bei gleichzeitig vorbildlicher Lebensführung zu günstigen Effekten beitragen. Aus den Beschreibungen Gefahren von herkömmlichen Multivitamintabletten abzuleiten, ist allerdings nicht gerechtfertigt. Tabletten, welche den einfachen bis doppelten Tagesbedarf an Vitaminen enthalten, lassen bei sachgerechter Verwendung keine Schädigungen erwarten.

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Foto: Dmitriy Kurnyavko, Shutterstock
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