Das vergessene Training: Der Beckenboden

Hätten Sie es gewusst? Viele unspezifische Rückenschmerzen gehen nicht vom Rücken aus, sondern vom Beckenboden. Und das nicht nur bei Frauen. Allerdings sind sie durch Geburten von einer zu schwachen Muskulatur des Beckenbodens am stärksten betroffen. Doch nicht nur Geburten, sondern auch Übergewicht, angeborene Schwäche des Bindegewebes, Blasenentzündungen oder anatomische Veränderungen während der Wechseljahre, können die Funktion des Bindegewebes beeinträchtigen. Aber all das ist nichts, was nicht durch Training wieder voll funktionsfähig werden könnte.

Ein beweglicher Beckenboden ist Voraussetzung für eine aufrechte Haltung und wird dadurch spürbar, dass sich die Wirbelsäule verlängert. Gleichzeitig werden Nacken, Kopf und Schultergürtel entlastet. Die Hüfte wird beweglicher und die Bewegungen laufen kontrollierter und geschmeidiger ab. Mit diesem Wissen kann man sich gut vorstellen, dass Rückenprobleme bei einem schwachen Beckenboden vorprogrammiert sind.

Die Beckenbodenmuskeln verrichten in erster Linie eine Haltearbeit, daher bestehen Sie aus Muskelfasern, die langsam und ausdauernd arbeiten. Dementsprechend sollte diese Muskulatur trainiert werden – mit langanhaltender Kraftentwicklung und einer guten Grundspannung. Erfüllt das Beckenbodentraining nur einen gesundheitlichen Zweck, so wird nach Besserung der Beschwerden meist das Training gänzlich vernachlässigt. Leider kommen nach mehreren Wochen bis Monaten die Beschwerden erneut zurück. Deshalb braucht auch der Beckenboden regelmäßiges Training.

Die Vorteile eines täglichen Beckenbodentrainings (10-30 Min.) auf einen Blick

1. Die Organe werden wieder „getragen“ und bekommen mehr Halt.
2. Ist der Beckenboden stark, richten sich Becken und Wirbelsäule auf.
3. Rückenschmerzen verschwinden, wenn der Beckenboden mit den tiefen Bauch- und Rückenmuskeln wieder zusammenarbeiten kann.
4. Die Durchblutung der Sexualorgane wird gesteigert und durch starke Beckenbodenmuskeln auch das Lustempfinden.
5. Eine Blasenschwäche verbessert sich deutlich.
6. Besonders die Körpermitte nimmt eine schöne Form an.

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Foto: nazarovsergey, shutterstock
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