Übergewicht als Ursache von Krebs

Bewegungsmangel und Übergewicht gehören zu den Hauptursachen für nicht übertragbare Krankheiten. Bluthochdruck, Schlaganfall, Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf- oder Atemwegserkrankungen stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit diesen Risikofaktoren – aber auch Krebs, was viele nicht wissen. In der Wissenschaft gilt es längst als gesicherte Erkenntnis: Regelmäßiges Training dient nicht nur der Vorbeugung gegen Krebsrisiken, es hilft auch bei der Überwindung der Folgen einer bereits eingetretenen Krankheit.

Ein schwerer Befund


„Drei Prozent der Krebsfälle bei Männern und fünf Prozent bei Frauen lassen sich jedes Jahr auf Adipositas zurückführen“, berichten Vertreter des Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Was zunächst nach nicht viel klingt, bedeutet aber in diesen Fällen, dass ein ausgeprägtes Übergewicht eindeutig die alleinige Ursache für Krebs ist! Aber auch bei den anderen Krebsdiagnosen besteht meistens ein starker Zusammenhang zwischen dem Erkrankungsrisiko und einer langjährigen hochkalorischen Energieaufnahme.

So begünstigt ausgeprägtes Übergewicht das Erkrankungsrisiko für Speiseröhrenkrebs und Nierenzellkrebs, und fettleibige Frauen erkranken zudem häufiger an Gebärmutter-, Gallenblasen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs. Darüber hinaus gibt es den Verdacht, dass Fettleibigkeit insbesondere Lymphdrüsenkrebs und Prostatakarzinome fördern. Die Sterblichkeit von Krebspatienten ist dadurch bei adipösen Männern und Frauen zwischen 52 und 88 Prozent höher als bei Normalgewichtigen. Und das Risiko, an Krebs zu versterben, erhöht sich dabei mit steigendem Körpergewicht!

In der Forschung wird vor allem das Fettgewebe für das erhöhte Krebsrisiko von Übergewichtigen verantwortlich gemacht, da es nicht nur Energiespeicher ist, sondern auch sekretorisch überaus aktiv. Fettgewebe dient also auch unter anderem dazu, Hormone abzusondern, und wenn es zu viel wird, werden Entzündungsreaktionen negativ beeinflusst.
Außerdem wandeln Fettzellen Vorstufen der Sexualhormone mithilfe eines Enzyms in Östrogene, die bei fettleibigen Frauen einen nicht mehr auszugleichenden Überschuss produzieren, so dass insbesondere in der Brust und der Gebärmutterschleimhaut unkontrolliertes Zellwachstum hervorgerufen werden kann.
Neben Östrogenen schüttet das Fettgewebe aber auch das Hormon Leptin aus, dass das Wachstum von Darmkrebs-, Brustkrebs-, Prostatakrebs- und Eierstockkrebszellen begünstigt.

Prävention durch mehr Bewegung


Adipositas und ihre Folgen gehören allerdings zu den vermeidbaren Gesundheitsrisiken. Die Deutsche Allianz der Nichtübertragbaren Krankheiten (NCD Allianz), zu denen unter anderem die Deutsche Krebshilfe gehört, raten daher zur Vorbeugung, der zunehmend mehr Raum gegeben werden muss als der Behandlung.
Ausreichend Bewegung ist hierbei für ein ausgewogenes Verhältnis von Energieaufnahme und Energieverbrauch elementar. Täglich 60 bis 90 Minuten moderate Aktivität steigern den Energieverbrauch bereits um rund zehn Prozent und verhindern dadurch eine Gewichtszunahme. Dies wird schon durch strammes Spazierengehen oder Fahrrad fahren erreicht.
Und wer es nicht täglich schafft, sollte mindestens drei Mal pro Woche ins Fitnessstudio gehen.

Bei der Prävention ist es aber auch wichtig, bereits bei Kindern eine gesunde Lebensweise zu fördern und somit die extreme Gewichtszunahme von vornherein zu verhindern, da die Anzahl von Fettzellen im Menschen bis zum neunten Lebensjahr festgelegt wird und im Erwachsenenalter erhalten bleibt.

Um die Zunahme dieser Leiden zu stoppen, fordert die NCD Allianz darum auch die politisch Verantwortlichen in Deutschland auf, wirksame Maßnahmen zu ergreifen. Dazu gehören eine Zucker-/Fettsteuer auf ungesunde Lebensmittel und die steuerliche Entlastung gesunder Lebensmittel, verbindliche Qualitätsstandards für die Schulverpflegung und ein Verbot von Lebensmittelwerbung, die sich an Kinder richtet.
Eigentlich ein vollkommen logischer Schritt, wenn es um unseren eigenen Nachwuchs geht. Doch Lobbyisten seitens der Lebensmittel-Industrie bekämpfen solche
Ideen bisher erfolgreich. Und darum setzt die NCD Allianz umso mehr auf Bewegung für die Kleinsten und fordert täglich mindestens eine Stunde Sport.

Training als Heilmittel


Aber systematisches, körperliches Training kann auch helfen, wenn der Krebs bereits ausgebrochen ist. Das schien vor einigen Jahren noch undenkbar, da die Schuldmedizin davon ausging, dass bei Eintritt einer Krebserkrankung die anstrengende Therapie am besten zu ertragen sei, wenn der Patient sich schont. Heute ist man indes vom Gegenteil überzeugt: Bewegung ist förderlich.

Für Körper und Psyche. Auch das häufig auftretende Fatigue-Syndrom bei Krebskranken mit Symptomen extremer Müdigkeit kann ebenso wie die typische Übelkeit durch Sport und leichte Bewegung abgemildert werden. Die Erkrankten fühlen sich besser, sind positiver eingestellt und können damit aktiv an der Heilung mitwirken. Ihr körperlicher Zustand wird durch Sport stabiler und die meisten Nebenwirkungen der Krebsmittel können durch Bewegung gemildert oder gar vermieden werden, wie auch eine Pilotstudie der Deutschen Sporthochschule Köln in Zusammenarbeit mit der medizinischen Fakultät der Universität Köln belegte.

Außerdem haben Patienten mit einer guten Fitness mehr natürliche Killerzellen, um die Krebsabwehr zu verstärken. Diese Abwehrzellen des menschlichen Immunsystems sind in der Lage, gezielt Tumorzellen zu erkennen und abzutöten. Die Untersuchungen der Kölner Studie deuten auch darauf hin, dass leistungsfähigere Krebspatienten besser gerüstet sind für den Kampf gegen das Wiederauftreten von Krebs. Denn wenn ein Patient Sport weiter betreibt, desto mehr Abwehrzellen bleiben im Blut und stünden somit dem Organismus gegen die Tumorzellen zur Verfügung.
Erschreckender Weise weisen dennoch nur wenige Hausärzte oder Onkologen ihre Patienten darauf hin, dass Bewegung bei der Genesung helfen kann.

Das muss sich ändern. Mediziner sollten sogar Krebspatienten Fitnessprogramme gezielt verschreiben. Und ob Krebspatient oder noch Gesunder, ein jeder sollte sich von selbst regelmäßig körperlich sportiv betätigen.

Den vollständigen Bericht finden Sie in der September/Oktober-Ausgabe von shape UP vita, dem Gesundheitsmagazin der Fitness-Studios, oder unter www.shapeup-magazin.de/einzelhefte-bestellen.html

Foto: gts, shutterstock
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